Warum weichen meine Zahlen von Otto Partner Connect ab?
Du vergleichst eine Zahl aus der profitkonsole mit einer Kennzahl im Otto Partner Connect (OPC) und sie stimmen nicht überein? Das ist in den meisten Fällen kein Fehler, sondern hat einen einfachen Grund: Die beiden Zahlen beantworten unterschiedliche Fragen.
Hier sind die fünf häufigsten Ursachen — der Reihe nach prüfen, meistens ist es eine der ersten beiden.
1. Tatsächlich bezahlter Preis statt Listenpreis
Die profitkonsole rechnet mit dem Betrag, der tatsächlich auf der Rechnung des Kunden steht — nach Rabattaktionen, Gutscheinen und Checkout-Nachlässen.
Beispiel: Ein Artikel kostet 100 € Listenpreis, läuft aber in einer 15%-Rabattaktion. Der Kunde zahlt 85 € — und genau diese 85 € zählen in der profitkonsole als Umsatz. Kennzahlen, die auf dem Warenwert oder Listenpreis basieren, zeigen dagegen 100 €.
Das ist bewusst so: Deine Provision, deine Marge und dein Gewinn hängen davon ab, was der Kunde wirklich bezahlt hat — nicht davon, was am Preisschild stand. Über alle Bestellungen hinweg liegen Listenpreise typischerweise spürbar über den tatsächlich bezahlten Beträgen, in vielen Konten im zweistelligen Prozentbereich. Das erklärt die meisten "Warum zeigt ihr weniger Umsatz?"-Fragen.
2. Anderer Artikelkreis: alles Nicht-Stornierte vs. nur Versendetes
In die profitkonsole fließen alle nicht-stornierten Bestellungen sofort ein — auch Artikel, die noch auf den Versand warten (Status "Bearbeitbar" oder "Angekündigt"). Für jeden Artikel wird dabei der beste verfügbare Betrag verwendet: der echte Rechnungsbetrag, sobald er vorliegt, vorher der Listenpreis abzüglich der Checkout-Rabatte. Stornierte Artikel zählen nie.
Viele OPC-Kennzahlen schneiden anders: z.B. zählt ein "Warenwert der versendeten Produkte" nur, was schon verschickt wurde. Je nachdem, wie viele Bestellungen gerade noch offen sind, kann die Abweichung dadurch in beide Richtungen gehen.
Mehr dazu: Umsatzberechnung
3. Retouren-Zuordnung: Bestellmonat oder Retourenmonat
Im Standardmodus (Kohorte) wird eine Retoure dem Monat zugeordnet, in dem die Bestellung aufgegeben wurde — nicht dem Monat, in dem die Ware zurückkam.
Beispiel: Bestellung im Januar, Retoure im März → der Januar wird belastet, der März bleibt unberührt.
Das beantwortet die wirtschaftlich wichtigere Frage ("Wie profitabel war das Januar-Geschäft wirklich?"), führt aber dazu, dass sich vergangene Monate nachträglich ändern können, wenn späte Retouren eintreffen. Eine Auswertung, die Retouren nach Rückgabedatum bucht, kommt für denselben Monat zu anderen Zahlen.
Unter Einstellungen → Datenanalyse kannst du alternativ auf den Cashflow-Modus umstellen (Retoure zählt im Retourenmonat). Mehr dazu: Kohorte vs. Cashflow
4. Die Grundgebühr wird gleichmäßig verteilt
Die Otto-Grundgebühr (99,90 € netto/Monat) stellt die profitkonsole tagesgenau in deine Kostenrechnung ein, beginnend mit dem Monat deiner ersten Bestellung. Wann Otto die Gebühr tatsächlich in Rechnung stellt oder verrechnet, kann zeitlich davon abweichen.
Für die Frage "War dieser Monat profitabel?" ist die gleichmäßige Verteilung die ehrlichere Sicht — auch wenn sie im Einzelmonat von der Otto-Abrechnung abweicht.
Mehr dazu: Otto-Grundgebühr
5. Zahlungsgebühren sind keine eigene Position
Die Kosten der Zahlungsabwicklung sind bei Otto bereits in der Verkaufsprovision enthalten. Wenn du in der profitkonsole nach einer separaten Zeile "Zahlungsgebühren" suchst: Es gibt sie nicht, weil sie in den Marktplatzgebühren steckt. Es fehlt also nichts.
Kurz-Checkliste beim Vergleichen
| Prüffrage | Worauf achten |
|---|---|
| Gleiche Preisbasis? | Tatsächlich bezahlter Betrag (profitkonsole) vs. Listenpreis/Warenwert |
| Gleicher Artikelkreis? | Alles Nicht-Stornierte (profitkonsole) vs. nur Versendetes |
| Gleiche Retourenlogik? | Retoure auf Bestellmonat (Standard Kohorte) vs. auf Retourenmonat (Cashflow) |
| Gleicher Zeitraum? | Beide Auswertungen exakt auf dieselben Kalendertage stellen (Zeitzone: Europe/Berlin) |
| Brutto oder netto? | Bruttoumsatz inkl. MwSt. vs. Nettoumsatz (÷ 1,19) |
Differenz trotzdem unerklärlich?
Dann schau ich mir das gerne an. Schreib an support@profitkonsole.de mit:
- dem exakten Zeitraum (von/bis),
- der Kennzahl, die du vergleichst (am besten je ein Screenshot aus OPC und profitkonsole),
- falls auffällig: einer Beispiel-Bestellnummer.
Damit lässt sich fast jede Differenz auf eine konkrete Ursache zurückführen.