Kohorte vs. Cashflow
Die profitkonsole bietet zwei Auswertungsmodi für Retouren. Hier erfährst du, was sie bedeuten und wann du welchen nutzen solltest.
Die Grundsatzfrage
Eine Retoure betrifft immer zwei Zeitpunkte: den Monat der ursprünglichen Bestellung und den Monat der Rücksendung. Beide Sichtweisen sind legitim — sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Deshalb entscheidest du, welchem Monat eine Retoure zugeordnet wird: dem Monat der ursprünglichen Bestellung (Kohorte) oder dem Monat der Retoure (Cashflow).
Die zwei Modi
Kohorte (Standard)
"Von meinen Bestellungen aus dem Februar – wie viele wurden retourniert?"
Retouren werden dem Monat der ursprünglichen Bestellung zugeordnet. Das nennt man Kohortenanalyse.
Beispiel: Ein Kunde bestellt am 15. Februar und retourniert am 10. März. Die Retoure erscheint im Februar.
Vorteile:
- Aussagekräftig für Produktqualität: "War Februar ein guter Monat?"
- Stabile Zahlen für abgeschlossene Zeiträume
- Vergleichbar über Monate hinweg
Nachteile:
- Aktuelle Monate zeigen zunächst niedrige Retourenquoten (Kunden hatten noch nicht genug Zeit zum Retournieren)
- Retourenquote eines Monats kann sich noch 14-30 Tage nachträglich erhöhen
Cashflow
"Welche Retouren kamen im Februar rein?"
Retouren werden dem Monat zugeordnet, in dem die Ware zurückkam (basierend auf dem Retourendatum der Bestellposition).
Beispiel: Ein Kunde bestellt am 15. Januar und retourniert am 10. Februar. Die Retoure erscheint im Februar.
Vorteile:
- Zeigt den tatsächlichen Cashflow-Impact eines Monats
- Nützlich für Liquiditätsplanung
- Sofort aktuell, keine nachträglichen Änderungen
Nachteile:
- Weniger aussagekräftig für Produktqualität
- Schwankungen durch saisonale Retouren-Wellen (z.B. Weihnachtsbestellungen werden im Januar retourniert)
Vergleich
| Kohorte (Standard) | Cashflow | |
|---|---|---|
| Retoure zugeordnet zu | Monat der Bestellung | Monat der Erkennung |
| Beste Nutzung | Produktqualität, Monatsbewertung | Liquiditätsplanung |
| Aktuelle Monate | Zunächst unvollständig (14-30 Tage Wartezeit) | Sofort aktuell |
| Ältere Monate | Stabil und verlässlich | Kann schwanken |
| Versandte Artikel (SENT) | Nach Bestelldatum | Nach Bestelldatum |
| Retournierte Artikel | Nach Bestelldatum | Nach Erkennungsdatum |
Der Modus beeinflusst nur die Zuordnung von retournierten Artikeln. Versandte Artikel (SENT) werden in beiden Modi immer dem Bestelldatum zugeordnet.
Deine eigenen Versandkosten (aus den Versandprofilen) folgen festen Regeln: Der Hinversand einer Bestellung zählt immer im Monat der Bestellung, der Retourenversand im Monat der Retoure. Dadurch ergeben die Monatswerte aufsummiert in beiden Modi exakt die Jahresansicht.
Wo stelle ich den Modus ein?
- Gehe zu Einstellungen → Datenanalyse
- Unter Retouren-Zuordnung wähle zwischen Kohorte und Cashflow
- Klicke Speichern
Die Einstellung gilt für alle Seiten: Dashboard, Verkaufsanalyse, Produktperformance, Markenperformance, Retouren und Profitabilität.
Nach dem Speichern wird die Seite automatisch neu geladen, damit alle Daten mit dem neuen Modus berechnet werden.
Warum weichen meine Zahlen von Otto ab?
Wenn du deine Zahlen mit Otto Partner Connect vergleichst, können Abweichungen auftreten. Die häufigsten Gründe:
| Abweichung | Ursache | Erklärung |
|---|---|---|
| Umsatz niedriger | Checkout-Rabatte | profitkonsole rechnet mit dem tatsächlichen Erlös (nach Checkout-Rabatten). Otto zeigt teilweise Listenpreise. Mehr erfahren → |
| Retourenquote anders | Attribution Mode | profitkonsole ordnet Retouren je nach Modus anders zu als Otto |
| Bestellanzahl anders | Stornos ausgeschlossen | profitkonsole zählt nur Bestellungen mit nicht-stornierten Artikeln |
| Umsatz ~13% niedriger | Checkout-Rabatte | Otto-Kunden erhalten oft Rabatte im Checkout, die den Rechnungsbetrag senken |
Für die meisten Händler ist der Kohorte-Modus die bessere Wahl, da er stabilere und vergleichbarere Zahlen liefert. Wechsle nur zu Cashflow, wenn du explizit den Liquiditätsimpact pro Monat analysieren möchtest.
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